Mama first! – Vom Entspanntbleiben / How to stay relaxed

Wenn das erste Kind geboren wird, nimmt man sich vor die beste Mama der Welt zu sein.
  • Unendlich geduldig,
  • verständnisvoll,
  • fürsorglich,
  • ohne sich selbst (oder sein bisheriges Leben) aufzugeben,
  • niemals laut, verärgert oder genervt.
Das klappt zunächst auch ganz gut. Das erste Kind ist die große Liebe. Der Schlafentzug und das nächtliche Stillen haben mich nie gestört. Es waren unsere nächtlichen Kuscheleinheiten. Nur Baby und ich. Momente von tiefster Intimität und Nähe. Wunderschön. Manchmal denkt man sich schlaftrunken: “Och, kannst Du nicht EINMAL durchschlafen?” Doch ein Blick in die großen bittenden Augen und der nächste Gedanke war: “Komm kuscheln!” Meine Hobbies habe ich auch nicht vermisst. Die neue Leidenschaft “Baby” war viel faszinierender.
Das ändert sich. Leider. Aber vielleicht ist es eine notwendige Entwicklung. Dieser Realitätskontakt, wenn die rosa Wolke schwindet. Irgendwann kommt der Moment, in dem man seine große Liebe anpampt: “Nein, ich kann (will) jetzt nicht!” “Jetzt beeil dich doch mal…!” “Nein, lass das…!”  “Ich hab dir doch gesagt…!” Hinterher tut es einem leid. Oft ist man wütend. Und man wird noch wütender weil man so nie sein wollte. Entweder war es ungerechtfertigt, weil man zu ungeduldig war. Oder es wäre vermeidbar gewesen, weil die offensichtliche Provokation nur der Wunsch nach Mamas Aufmerksamkeit war.
Wann dieser Moment kommt ist sicher unterschiedlich. Bei mir fiel er auf das zweite Lebensjahr. Vielleicht lag es am Trotzalter oder daran, dass ich durch die erneute Schwangerschaft angestrengt und dünnhäutig war. Und es bleibt nicht bei einem Moment. Es passiert immer wieder. Schuhe in der Kita ausziehen, während die große Liebe es einem mit wechselndem Zickigsein und Abgelenktsein nicht gerade leicht macht, während einem der Babybauch den Atem raubt und man weiß, dass ein Knöllchen droht weil man  in der Straße geparkt hat da alle Parkplätze belegt waren… Das strengt an, stresst und nervt. Und immer die Frage im Hinterkopf: Warum muss das gerade jetzt sein?! Noch häufiger werden diese Momente, wenn man mal 2 kleine große Lieben hat.
Ein wichtiger Quick-fix für die Knöllchen-Panik: Feiere die Knöllchen. Belohne dich, wenn Du 5 Knöllchen kassiert hast. Ein Besuch bei der Thai-Massage oder bei der Maniküre oder ein leckerer Smoothie in der Stadt. Dann stresst man sich nicht mehr im Kopf. Ich hatte ständig Panik vor den Falschparker-Knöllchen, aber in 2 Jahren Kinderkrippenan- und -abfahrten hat es mich erst 2x erwischt. Und das obwohl ich an 4 von 5 Wochentagen keinen legalen Parkplatz bekomme. Trotzdem war ich so oft deswegen schon angespannt und ungeduldig. Und gebracht hat es überhaupt nichts. Nur einen nicht so schönen Abschied in der Kita.
Noch ein wichtiger Quick-fix: Wenn das Kind so richtig nervt, frag es, ob es kuscheln will (auch wenn es im Moment manchmal schwer fällt). Meist war es genau das, was es eigentlich wollte. Wichtigsein. Nähe. Liebe. Mama nur für sich. Manchmal ist es auch ein guter Moment, sich für vorhergehende Ungeduld zu entschuldigen.
Schwerer als die Lösung, um in der Situation ruhig zu bleiben, ist die Lösung, wie man grundsätzlich entspannt und ausgeglichen bleibt (ok, ok, wieder wird).
Wie sorgt man dafür, dass man nicht ständig zu kurz kommt und genug Zeit für sich findet?
Meine wichtigste Erkenntnis (25 Monate hat es gebraucht… haha!): MAMA ZUERST!
Klar weiß man von Anfang an: Nur eine entspannte Mama ist eine gute Mama. Aber in der Umsetzung haperte es manchmal.
  •  Ich wickelte zuerst das Kind / die Kinder und zog sie an, bevor ich mich anzog.
  •  Ich schminkte mich erst, wenn das Kind morgens gegessen hatte. Und nach dem Frühstück fehlte meist die Zeit oder mir fiel es erst ein wenn ich mich im Autospiegel sah.
  • Ich putzte zuerst den Kindern die Zähne, bevor ich meine eigenen putzte (oder es gelegentlich vergaß).
  • Ich machte erst den Kindern zu Essen, bevor ich selbst aß und aß dann oft, worauf ich gar keine Lust hatte, weil die Zeit fehlte.
Irgendwann merkt man dass man immer genervter und dünnhäutiger wird. Also neue Strategie. Ich bin viel entspannter, seit ich darauf achte, ZUERST AN MICH zu denken.
  • Erst wasche ich mich und ziehe mich an und dann wickle, wasche und ziehe ich die Kinder an. Wenn ein Kind gefüttert werden muss oder das Selberessen lernt, unbedingt während des Frühstücks ein übergroßes Herrenhemd über dem Outfit tragen.
  • Ich schminke mich VOR dem Frühstück und mache auch die Haare vor dem Frühstück.
  • Wir putzen noch immer zusammen die Zähne, aber erst putze ich mir die Zähne und dann den Kindern.
  • Ich mache erst meinen Teller und dann die Teller der Kinder. Das ist zielführender als erst die Kinder um Essenswünsche zu fragen und sobald ich meinen Teller vor mir stehen habe, wollen sie dasselbe wie ich oder sind schon satt. Um genau zu sein ist mein Teller auch immer der Teller der Kinder. Was ich für mich mache, teile ich gerne.
Es sind Kleinigkeiten, aber sie machen einen Unterschied für mich. Und je mehr ich Zeit und Raum für mich habe, desto mehr Zeit und Raum will ich auch mit meinen Kindern haben und bewusst genießen.
When your first child is born, you strive to be the best mother on earth.
  •  Infinite patience,
  •  understanding,
  •  caring,
  •  without giving myself up,
  •  never loud, annoyd or irritated.
At first this works quite well. Your first child is the first big love. Sleep deprivation and breastfeeding at night were never an issue. I loved our noctural moments of intimacy and closeness. Only my baby and me. Beautiful. Sometimes I would think: “Why can’t you just sleep for one night?” But one look in these big, begging eyes and the next thought was: “Oh, come to mama!”
It changes. It’s sad but maybe it’s necessary when you slowly come back from cloud number 7. There will be the moment when you grumble at your big love: “No, not now!” “Now come and hurry up!” “No, don’t…!” “Didn’t I tell you to…!” Afterwards you feel sorry. Often angry as well. And you’re getting more angry because you never wanted to be like this. Either it was unfair because I was too impatient. Or it could have been avoided because the deliberate provocation was just the which for my attention. 
In our case this moment fell together with magical creature’s second year. Maybe it was the terrible two or the fact that I was pregnant again and felt easily exhausted. And it kept happening agaiin and again. Pulling off her shoes in the nursery while my big love alternates between touchy and distracted, while my baby belly makes me breathless, and I knew that I should hurry because I parked the car in street because there was no free parking space… That is exhausting, stressing and irritating. And always the question: Why does this have to be right now?!” These moments become even more frequent when there are two little big loves.
One important quick-fix when you’re afraid of parking tickets: Celebrate your tickets. Give yourself a treat when you got 5 of them. An appointment at the Thai massage or a manicure or a nice smoothie in town. You deserved it! I was always afraid of these stupid tickets even though over two years I only got two of them and I have to park my car in the street 4 times a week. Anyhow I was often tensed and impatient because of this. And it didn’t help at all. 
Another important quick-fix: When your child is really annoying, ask it whether it wants to cuddle (even though it might be difficult for yourself in this moment). Often it was exactly what it wanted. Being important. Closeness. Love. Mama. Sometimes this is a good opportunity to say I’m sorry that I was so impatient.
Even more difficult than staying relaxed in a challenging situation is staying relaxed (ok, ok, becoming relaxed again) in general. 
How do you ensure that you find enough time for yourself and don’t miss out all the time?
My most important insight (it took 25 months… haha!): MAMA FIRST!
Of course, you know from the beginning: Only a relaxed mama is a good mama. Still translating this into reality is sometimes a bit difficult.
First I changed the nappies, then I dressed the children, then I dressed myself.
I applied makeup only after the children had their breakfast (even though I knew that they wouldn’t starve in the next 5 minutes).  And after breakfast either I had no time or I only remembered when I saw myself in the rear mirror of my car.
First I brushed my children’s teeth, then my own (or sometimes I forgot).
First I prepared food for the children and then I often ate something I didn’t like because I didn’t have enough time. 
Never again. I’m so much more relaxed since I try to put MYSELF FIRST.
  • First I wash and dress myself, then I change the nappies and dress the children. When a child needs to be fed or just learns eating with a spoon, please wear an oversize men shirt over your outfit.
  • I apply makeup and make my hair BEFORE we go for breakfast.
  • Tooth brushing we do altogether, but now I first brush my teeth and then the children’s. 
  •  First I prepare a plate for myself, then the children’s plates. This is way more efficient, than asking your child for his/her appetite and as soon as they see my plate, they want exactly the same. To be precise, I always share my plate with my children. But it’s important to think of myself first.
It’s only petty things, but it makes a big difference for me. And the more time I have for myself, the more I want to spend and enjoy time with my children.
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