Das Urlaubsparadoxon – The vacation paradoxon

Seit Jahren frage ich mich:

Reiseorte werden als umso attraktiver dargestellt je UNTOURISTISCHER sie sein sollen. Authentisch soll es sein. Intensives Lebensgefühl und Echtheit versprechend. Jeder will da hin, wo möglichst nicht seinesgleichen sind. Komisch.

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Ich war lange Zeit auch einer derer, die es möglichst untouristisch und authentisch wollten. Warum? Ja, warum eigentlich? Weil es als das erstrebenswerte Reiseideal dargestellt wird? Land und Leute kennenlernen, individuell reisen, abseits der ausgetretenen Pfade… Dieser Wunsch hat mir so einige nervige, frustbeladene Urlaubstage beschert, wenn nicht sogar einige Reisen vorwiegend negativ in der Erinnerung gelassen. Thailand, zum Beispiel. Burma teilweise auch. Nach jedem Urlaub zog ich ein Resümee über meine vermutlichen Fehler und versuchte, es im nächsten Urlaub besser zu machen. Ohne Erfolg.

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Irgendwann stellte ich fest: Auf Geschäftsreisen habe ich das Gefühl im Urlaub zu sein und von meinen Urlaubsreisen will ich mich nach meiner Rückkehr erholen. WTF??? Vergiss Land-und-Leute-kennenlernen. Sei genügsam. Die Sehenswürdigkeiten eines Landes bewundern und ein paar leckere, lokale Speisen probieren. Das genügt. Wenn mir freundliche Menschen dabei begegnen, auch gut.

Statt ständig vor den ausgetretenen Pfaden zu flüchten, bleibe ich einfach darauf. Das spart Zeit und Aufwand. Netter Nebeneffekt: Je mehr Touristen an einem Ort, desto weniger stürzen sich verkaufswütige Einheimische auf den Einzelnen. Ich stelle mich nur nicht länger als 20 Minuten für etwas an.

Warum in die Ferne schweifen? Natürlich freut man sich wie ein Kind, wenn man 14 Flugstunden fern der Heimat einen tollen Ort findet. Aber tolle Orte gibt es auch nur 2 Flugstunden entfernt. Und inzwischen ist es aufregender mit dem Zug oder Auto einen Ort in Europa zu erreichen als sich 14 Stunden ins Flugzeug zu setzen. Fliegen kann jeder. In Europa mache ich auch gerne mal eine Ausnahme von der vorigen Regel. Hier lohnt es sich, gelegentlich touristisch weniger erschlossene Regionen zu besuchen.

Since years I’m wondering:

Travel locations seem to be the more attractive, the more un-touristic they are. Authencity. Intense experience. Everybody wants to be where preferably no-one else of his kind is. Strange.

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For a long time I was one of them. Why? Well, because… because it’s the ideal of travelling. Get to know the country and the people, travel individually, far off the beaten tracks… This desire provided me with some painfully frustrating holidays. If not, it ruined some of my vacations. Thailand, for example. Burma partially as well. After each vacation I analysed what I could do better. Without any success. What a bullshit!

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Finally I realized: On my business trips i feel like on holiday. And after my vacation i feel like I need a vacation. WTF??? Forget about country and people. Be frugal. Sightseeing and some nice local foods. That’s enough. If I meet nice people, even the better.

Instead of fleeing the beaten tracks I just stay on them. It saves time and efforts. Nice side-effect: The more tourists, the less locals jump on the individual tourist. I just queue for longer than 20 minutes.

Why should I travel far? Of course, it’s fun to find a nice place 14 flying hours away from home. But you have nice places only 2 flying hours away from home. Nowadays it’s more adventurous to travel by train or car in Europe than to sit 14 hours on a plance to somewhere. Flying is mainstream. The only exception to my prior rule is, that sometimes it’s nice to travel off the beaten tracks.

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